Appell im KZ Buchenwald nach der Pogromnacht - gemeinfrei
 

Im Gefängnis in Neuenhaus

 

Druckversion

  Alfred Müller: Erinnerungen eines Schülers im Dritten Reich - Lemo

  Ausgrenzung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung

Von einem bezeichnenden Ereignis in der Nacht des Pogroms vom 9. auf den 10. November 1938 berichtet ein Augenzeuge:

In der Schreckensnacht waren einige Neuenhauser Juden (wahrscheinlich auch Nordhorner) ins Gefängnis beim Amtsgericht verbracht. Dort spielte sich am Morgen darauf folgende Szene ab: Frau Süskind war erschienen mit einem Korb, der Butterbrote und eine Kanne Kaffee enthielt. Sie bat den Aufseher, das ihrem Mann und den anderen Inhaftierten reichen zu dürfen.

Der Aufseher: "Das ist aber nett von Ihnen! Da werden sich die Häftlinge freuen! Nehmen Sie das Tablett, zeigen Sie mir doch, was Sie alles mitgebracht haben."

Frau Süskind tritt vor den Aufseher, der schlägt mit der Faust unter das Tablett, so dass der Kaffee der Frau über Gesicht und Kleidung spritzt, die Brote auf den Fußboden fallen und zertrampelt werden.

Die Grafschaft Bentheim in der Geschichte
Quelle: Wilhelm Sager, Geschichte der Juden in der Grafschaft Bentheim, Schreibmaschinenmanuskript, Privatbesitz, o. J.

© Hamsterkiste Verlag