Die Grafschaft Bentheim in der Geschichte

Umzug in Lage am Nachmittag des 1. Mai 1933 - Bild: Digitales Archiv Lage

Der "Tag der nationalen Arbeit" am 1. Mai 1933 in Lage  

Durch Erlass des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung wurden die Osterferien des Jahres 1933 bis zum 2. Mai verlängert. Die Reichsregierung hatte den 1. Mai 1933 als "Tag der nationalen Arbeit" bestimmt, der als gesetzlicher Staatsfeiertag bei voller Lohnfortzahlung begangen wurde. Scheinbar ging das Regime damit auf eine alte Forderung der internationalen Arbeiterbewegung ein. Der Tag wurde  überall in Deutschland mit großem Aufwand begangen.

In Lage war das Dorf an diesem Tag mit frischem Grün geschmückt. "Kein Haus, an dem nicht eine schwarz-weiß-rote Fahne oder die Hakenkreuzfahne oder beide zusammen flatterten", berichtet die Schulchronik. Morgens um 1/2 9 Uhr versammelten sich die Schulkinder mit Fähnchen in den Händen, die SA, der Krieger- und der Schützenverein an der Schule, um in der Schraderschen Gastwirtschaft die Rundfunkübertragung aus dem Berliner Lustgarten zu hören.

Gottesdienst im Lager Busch am 1. Mai 1933 - Bild: Digitales Archiv Lage

Anschließend begaben sich alle in den Lager Busch, wo ein Feldgottesdienst stattfand. Nachmittags um 3 Uhr versammelte sich die Gemeinde in der Milchweide zum Durchzug durchs Dorf. Die Kinder der Oberstufe mit geschmückten Rädern bildeten die Spitze. Nach dem Durchzug fand ein gemütliches Beisammensein in der Schraderschen Gastwirtschaft statt. Abends um 8 Uhr hörte man die Übertragung vom Tempelhofer Feld mit der Rede Adolf Hitlers. Abschließend gab es ein Feuerwerk.

Quelle: 

Lage - Geschichte und Geschichten, herausgegeben von der "Arbeitsgruppe Dorfchronik" im Dezember 2008

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