Die Grafschaft Bentheim in der Geschichte

Der 1. Weltkrieg in Lage - 1916

Teil 3 -  Diese Fortsetzung der Darstellung über die Jahre des 1. Weltkriegs in Lage beruht auf den Aufzeichnungen der Lehrer Sager und Auf dem Kamp in der Schulchronik der Volksschule Lage.

Bei der heftigen Offensive bei Verdun wurde im März 1916 der Infanterist Hendrik Völlink schwer verwundet, so dass ihm ein Bein bis zum Knie abgenommen werden musste. Am 8. Mai 1916 fiel der Vizefeldwebel Georg Liese.  

Diese Postkarte schickte der Soldat G. Nyhuis aus Lage im Februar 1916 an die Familie Bosmann  

Lehrer Sager erhielt im Juli 1916 zum zweiten Mal eine Einberufung zum Heeresdienst. Zu seiner Vertretung wurde der Lehrer Auf dem Kamp aus Bramsche bei Osnabrück für die Dauer des Krieges nach Lage versetzt. Sager erhielt in Oldenburg eine Ausbildung als Kanonier und diente dann als Gefreiter bei der Flug-Abwehr-Batterie im Großen Hauptquartier in der Stabswache des Kaisers.  

Der General und spätere Reichspräsident Hindenburg rief dazu auf, Speck und Fett für die Munitionsarbeiter in den Städten zu spenden. Die Lager Bevölkerung sammelte 150 Pfd. und lieferte sie bei der Kreisfettstelle in Schüttorf ab. Fast täglich sah man ab dem Jahr 1916 in Lage Fremde auf der Dorfstraße. Diese – zumeist Frauen aus dem Ruhrgebiet – gingen in die benachbarte Bauernschaft Halle, um bei einigen Grenzbauern Waren, die über die Grenze gekommen waren, gegen „schwarzes“ Geld zu erstehen. Zu Hause verkauften sie die teuer bezahlten Sachen mit einem erheblichen Aufpreis. Nicht selten geschah es jedoch, dass den Käufern die Waren auf den Landstraßen, in den Zügen oder auf den Bahnhöfen wieder abgenommen wurden.  

Nach der Bekanntgabe des uneingeschränkten U-Bootkrieges traf man Vorkehrungen zum Schutz der Grenze gegen die westlichen Nachbarn. Eine kleine Gruppe von Pionieren mit Schüppen, Stacheldraht und Stempelholz legte in der Bauernschaft Halle Schützengräben und Drahtverhaue an. Gelegentlich sah man Offiziere zu Pferde und Mannschaften der in Neuenhaus untergebrachten Minenwerferkompanie und Brückenbaupioniere auch in Lage. Auch Trainkolonnen kamen auf ihren Übungsfahrten mehrere Male durch das Dorf.  

Die Ernte des Jahre 1916 blieb unter dem Durchschnitt, besonders die Kartoffelernte. Die Bestände der Landwirte wurden daher wiederholt überprüft. Außer Kartoffeln aßen die Menschen Steckrüben. (... >>> Fortsetzung)

Quellen: 

Lage - Geschichte und Geschichten, herausgegeben vom Dorf-, Burg- und Mühlenfreunden Lage e. V., Lage 2008

Schulchronik der Volksschule Lage

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