Die Grafschaft Bentheim in der Geschichte

Der kleine Friedhof am Kloster Frenswegen erhielt 1960 seine jetzige Form - Bild: AB

Der Friedhof am Kloster Frenswegen  

Während des deutsch-französischen Krieges 1870 - 1871 diente das Kloster Frenswegen als Gefangenenlager. Eine der Quellen spricht von 450, eine andere von bis zu 600 französischen Kriegsgefangenen, die hier interniert waren.

Unter den Inhaftierten brach in dieser Zeit eine Pockenepidemie aus. 7 Gefangene starben an der Krankheit, die man auch "Blattern" nannte.

Für jeden verstorbenen Franzosen gab es ursprünglich ein Kreuz auf dem Grab mit seinem Namen. Da sie verwittert waren, wurden sie etwa 1960 entfernt. Gleichzeitig wurde der kleine Friedhof durch eine Hecke eingefasst, in den Innenraum gelangt man seitdem durch eine Pforte.

In der Mitte steht ein Sandsteinsockel mit einem Kreuz, der von den französischen Mitgefangenen errichtet worden war. Der Sockel trägt die Namen der Verstorbenen. Auf der Vorderseite und Rückseite ist zu lesen:

A la Mémoire des soldats francais décédes en 1870-1871 R.I.P.

Erige par leurs Compatriotes

(Zur Erinnerung an die französischen Soldaten, gestorben 1870-71. Sie mögen ruhen in Frieden. Errichtet von ihren Landsleuten.)

Die Krankheit blieb nicht auf den Kreis der Gefangenen beschränkt. In einem Aufsatz von Heinrich Specht aus dem Jahre 1920 heißt es:

In Bakelde amtierte im Jahre 1870 der Lehrer Arends aus Oorde, der des Orgelspielens kundig war und den Pastor Brands von Nordhorn zum Gefangenengottesdienste nach Frenswegen begleitete, um vor und nach dem Gottesdienst das Instrument zu spielen. Unter den französischen Gefangenen, die dort untergebracht waren, brach, wie bekannt, eine Pockenepidemie aus, der viele zum Opfer fielen. Auch Arends. Er holte sich bei einem solchen Gange zum Kloster die Krankheit und starb.- (AB)

Quellen: 

- Heinrich Specht, Lehrer H. Koning in Bakelde, Zu seinem goldenen Dienstjubiläum 1920, Der Grafschafter, 1. November 1920

- Wilhelm Horstmeyer, Gegen das Vergessen, Gedenkstätten für die Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft in der Stadt Nordhorn, Bentheimer Jahrbuch 1996, S. 181/83

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