Die Grafschaft Bentheim in der Geschichte

Die letzte Hinrichtung in der Grafschaft Bentheim

Zwischen Bad Bentheim und Quendorf gibt es einen unscheinbaren kleinen Erdhügel. Er liegt ganz in der Nähe der Bahngleise. Man nennt ihn "Richters Bült".

Unter diesem Hügel wurde am 24. Juli 1825 der 36jährige Herm Künnemann aus Steide bei Salzbergen beerdigt. Man hatte ihn kurz zuvor an der gleichen Stelle mit dem Schwert hingerichtet.

Herm Künnemann war "Pickmäjer", ein Wanderarbeiter, der wie viele andere nach Holland gezogen war, um dort durch das Mähen von Gras und Getreide, durch Torfstechen und Arbeit in Ziegeleien ein wenig Geld zu verdienen. Auf dem Rückweg begleitete ihn der gleichaltrige Johann Gerhard Wietkamp. 

Als die beiden bei einbrechender Dunkelheit eine Rast am Wegesrand einlegten, erschlug der Künnemann seinen Kollegen mit einem Knüppel und nahm ihm das in Holland schwer verdiente Geld ab. Vielleicht lag sein Motiv darin, dass er selbst sein Geld in Holland leichtfertig ausgegeben hatte und nun nicht mit leeren Händen nach Hause zurückkommen wollte.

Der Mörder wurde einige Tage später gefasst und der Tat überführt. Er wurde wegen Raubmordes zum Tode verurteilt. Der damalige König Wilhelm IV. von England, der gleichzeitig König von Hannover war, bestätigte das Urteil und Herm Künnemann wurde in der Nähe der Mordstätte enthauptet. 

Quellen: 

Jahrbuch des Heimatvereins Grafschaft Bentheim 1954, S. 62 / Grafschafter Nachrichten v. 5. 9. 2009

zurück