Athuger aus Wilshem

von Alois Brei

Alexander, einer der 7 Söhne der Felicitas, soll etwa 100 Jahre nach dem Tode Jesu einer der ersten Christen in Rom gewesen sein. Wegen seines Glaubens wurde er im Beisein der Mutter grausam gefoltert.

Nach seinem Tode galt er in der katholischen Kirche als Heiliger. Seine Gebeine wurden ebenso wie die anderer Heiliger als Reliquien verehrt und aufbewahrt. Das Wort "Reliquien" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Überreste. Reliquien von Heiligen wurden in die Altäre von katholischen Kirchen eingemauert.

Am 7. Januar des Jahres 851 kamen Reliquien des Heiligen Alexander in Wildeshausen an. Waltbert, ein Enkel des Sachsenherzogs Widukind, hatte sie extra aus Rom geholt. Wochenlang war man unterwegs. Schon auf der Reise verbreiteten sich Nachrichten, dass diese Reliquien große Wunder vollbringen könnten.

Aus vielen Gegenden strömten Menschen herbei, um etwas von den Überresten zu erbitten. Ein Mann aus Deventer, der von Geburt an taub, stumm und blind gewesen war, soll tatsächlich geheilt worden sein.

Waltbert hat später einen Mönch beauftragt, einen Bericht zu verfassen. In diesem lateinisch geschriebenen Aufsatz liest man:

"...quidam homo nomine Athuger de villa qua dicitur Wilshem, qua sita est in pago Thuenti ..."
Das heißt: " ... ein Mann mit Namen Athuger aus einem Dorf, das Wilshem genannt wird, welches in der Twente gelegen ist ..."

Es war also ein Mann namens Athuger aus Wilshem in der Twente nach Wildeshausen gepilgert. Von der Eintragung wissen wir also, dass es schon im Jahr 851 ein Dorf gab, das man Wilshem nannte. Man ist sich ziemlich sicher, dass es der heutige Ort Wilsum ist. Von diesem Ort gibt es damit eine schon sehr weit zurückliegende urkundliche Erwähnung.

Bei Lingen hatte Athuger übrigens die "Alexanderbrücke" überquert. Eine der Brücken der Umgehungsstraße heißt heute noch so. Und in Wildeshausen gibt es noch eine St.-Alexander-Kirche, die Gemeindekirche der evangelisch lutherischen Gemeinde.

Wilsum wurde bereits im Jahr 851 urkundlich erwähnt. Hier die 1725 erbaute Kirche des Dorfes - Bild: GG

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